Zahnimplantate – künstliche Wurzeln für kräftigen Biss

Das menschliche Gebiss ist über die Jahre unterschiedlichen schädigenden Einflüssen ausgesetzt. Dazu zählen zum Beispiel mangelhafte Mundhygiene, Schäden durch Erkrankungen, genetische Faktoren mit einer Neigung zu vermehrter Kariesentstehung, Tabakkonsum oder Schäden durch Unfälle. Häufig kommt es als letzte Konsequenz zu einem Verlust der betroffenen Zähne, und das Thema „Zahnimplantat“ steht im Raum.

Zahnimplantate – ein guter Ersatz?

Zahnimplantate - ein guter ErsatzJeder Zahn kann im Prinzip durch ein Implantat ersetzt werden, welches dem alten Zahn täuschend ähnlich sieht. Je nach Situation des Patienten wird zwischen Einzelzahnimplantaten, einer Implantatversorgung großer Zahnlücken, einer Implantatversorgung bei Zahnlosigkeit sowie einer so genannten „Freiendsituation“ unterschieden, bei der am Ende einer Zahnreiche ein oder mehrere Zähne fehlen. Die verschiedenen Szenarien benötigen unterschiedliche Behandlungen, welche auch in punkto Kosten sehr unterschiedlich ausfallen.

Alle Zahnimplantate haben gemeinsam, dass es sich um künstliche Zahnwurzeln handelt, die als Ersatz in den Kiefer eingeschraubt werden. Auf dem Implantatkörper werden dann verschiedene Aufbauten befestigt, welche am Ende in ihrer Gesamtheit von einem natürlichen Zahn kaum zu unterscheiden sind. Insgesamt gibt es mehr als 200 verschiedene Typen von Implantaten, die jedoch einen sehr ähnlichen Grundaufbau besitzen.

Der Implantatkörper selbst besteht aus Titan und ist schrauben- oder zylinderförmig. Er wird in ein vorgebohrtes Loch im Kieferknochen geschraubt, wobei zwischen Hohlkörper- und Vollkörperimplantaten unterschieden wird. Hohlkörperimplantate sind von innen hohl und zusätzlich mit kleinen Löchern versehen, so dass sie schneller vom Knochen durchwachsen werden und sich die Spannung zwischen Implantat und Knochen vermindern soll. Die Vollkörperimplantate sind dagegen in ihrem Inneren massiv. Im oberen inneren Bereich der meisten Implantatkörper ist ein Gewinde angebracht, mit dem der Implantataufbau als oberer Teil des Implantats verschraubt wird.

Den Implantataufbau bildet ein Titan- oder Keramikpfosten, es kommen aber auch neue Werkstoffen wie Zirkonoxid zum Einsatz. Der Aufbau wird durch eine Schraube fest mit dem Implantatkörper verbunden und dient zur Befestigung für den eigentlichen Zahnersatz. Dieser ist dann als Zahn im Mund zu sehen.

Zweiteilige Implantate – 2 in 1?

Zweiteilige Implantate sind Zahnimplantate mit dem Aufbau aus zwei Bauteilen, so dass dieser sehr individuell gestaltet und den Verhältnissen im Mund angepasst werden kann. Hierbei werden zum Beispiel die Achsenausrichtung oder die Krafteinwirkung beim Kauen mit berücksichtigt. Einteilige Zahnimplantate werden seltener verwendet und bestehen aus einer vorgefertigten Verbindung von beiden Einheiten. Sie können zum Beispiel in der Versorgung eines zahnlosen Kiefers zum Einsatz kommen, da sie insgesamt mehr Stabilität verleihen.
Auf den Implantataufbau wird am Ende die so genannte Suprakonstruktion gesetzt, welche im Mund als Zahnersatz sichtbar ist. Sie kann als Brücke, Krone oder Prothese vorliegen und mit zwei unterschiedlichen Methoden mit dem Implantataufbau verbunden werden. Beim Aufzementieren auf dem Implantatpfosten ist die Suprakonstruktion nicht mehr veränderbar, was bei Komplikationen zu einer Entfernung mitsamt des Pfostens führt. Die Verschraubung von Suprakonstruktion und Implantataufbau stellt die zweite Möglichkeit dar. Sie ermöglicht das Austauschen der Suprakonstruktion, ist jedoch instabiler, und durch die nicht komplett dichte Verschraubung tritt häufiger eine Besiedlung mit Keimen auf.

Billig = gut?

ZahnimplantateDie Kosten für Zahnimplantate sind sehr unterschiedlich und hängen von der Ausgangssituation des Patienten ab. Liegt zum Beispiel eine Parodontitis (Entzündung mit Schwund des Zahnfleischs) vor, muss diese zunächst therapiert werden. Auch kann ein komplexer Aufbau von Knochen und Bindegewebe nötig sein, um eine feste Basis für Zahnimplantate im Kiefer zu schaffen. Dies bedeutet Zeit und Aufwand, welches sich ebenfalls auf die Gesamtkosten für ein Implantat niederschlägt.

Ein Zahnimplantat muss immer mit höchster Präzision eingesetzt werden, so dass es fest mit dem umliegenden Kieferknochen verwachsen kann. Nur so kann die künstliche Zahnwurzel eine stabile und sichere Verankerung für die Suprakonstruktion, also den eigentlichen Zahnersatz, darstellen. Mit herkömmlicher Diagnostik ist dies oft nur schwer zu erreichen, so dass in der modernen Implantologie ein umfassendes Untersuchungsverfahren mit digitalen Schichtaufnahmen zum Einsatz kommt, die so genannte dentale/digitale Volumentomographie (DVT). Mit dieser dreidimensionalen Methode wird eine exakte und individuelle Befunderhebung möglich, denn durch die hochauflösenden Bilder werden selbst kleinste Details sichtbar gemacht, zum Beispiel im Hinblick auf die Knochendichte oder zum Verlauf der Nervenbahnen.

Trotz der individuell deutlichen Unterschiede liegen die Kosten für ein Implantat eines Backenzahns bei guter Qualität des Kieferknochens bei rund 2000 Euro. Für diesen Preis erhält der Patient für eine Versorgung, die langfristig belastbar ist. Außer dem Implantat inklusive der Materialkosten sind auch die Arzthonorare und Leistungen aus der Diagnostik in diesem Betrag mit enthalten. Wenn dagegen ein Schneidezahn ersetzt werden muss, der Aufbau des Kieferknochens nötig ist oder ästhetische Korrekturen erforderlich sind, schlägt sich der höhere Aufwand auch auf den Preis nieder. Die Kosten liegen dann bei mindestens 3500 Euro.

Um die Patienten schon im Vorfeld über die anfallenden Kosten zu informieren, wird vom Mediziner ein sogenannter Heil- und Kostenplan aufgestellt. In diesem ist detailliert aufgeführt, mit welchen Kosten für die Zahnimplantate zu kalkulieren ist. Der Plan beinhaltet zudem eine Übersicht über die Kosten für den Zahnersatz, welchen das Dentallabor individuell anfertigt.
Die Kosten für Zahnimplantate werden von den privaten Versicherungen übernommen, wenn der individuelle Tarif entsprechende Behandlungen einschließt. Auch die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich seit 2005 mit festen Zuschüssen Kosten einer Implantatbehandlung. Die Höhe der Zuschüsse ist dabei an der alternativen konventionellen Versorgung orientiert. Bei einem fehlenden Zahn bestehen alternative konservative Versorgungsmöglichkeiten mit Festzuschüssen zum Beispiel in einer Brücke oder einer herausnehmbaren Prothese.
Oft finden sich Angebote für Zahnimplantate, die „All-Inclusive-Leistungen“ versprechen und sehr günstig erscheinen. Hier sollten die Patienten Vorsicht walten lassen, denn viele wichtige Kriterien wie das verwendete Implantatsystem, das eingesetzte Material oder die Eignung für die individuelle Behandlungssituation kann ein Laie nicht beurteilen. Ein transparentes, schlüssiges Behandlungskonzept mit umfassender Diagnostik und ein qualifizierter implantierender Arzt sind ebenfalls zentrale Punkte, die letztendlich den Erfolg einer Implantatbehandlung ausmachen. Ein detailliertes Gespräch zwischen Behandler und Patient zur Information und Aufklärung sollte ebenfalls geführt werden, um Sicherheit zu schaffen.

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