Zahnfüllungen – Die Richtige finden

Zahnfüllungen besitzen eine große Bedeutung für die Erhaltung der Zähne. Ein kariöser Zahn muss nach der Behandlung wieder aufgefüllt werden, um den Zahn durch den dichten Verschluss der Cavität zu stabilisieren. Dabei ermöglicht die Füllung die Kaufunktion und korrigiert eventuell auch die Zahnästhetik. Bei der Zahnbehandlung wird die beschädigte Zahnsubstanz deshalb zunächst entfernt. Allerdings fehlt an der behandelten Stelle dann das schützende Zahndentin. Ohne einen Schutz greifen die Kariesbakterien hier weiterhin an und zerstören den Zahn innerhalb kurzer Zeit.

Entscheidungshilfe für die richtigen Zahnfüllungen

Daher wird an der zerstörten Stelle das Zahndentin durch eine Zahnfüllung ersetzt. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Zahnfüllungen entwickelt, erprobt und für die Zahnbehandlung eingesetzt. Dabei haben sich mehrere Füllungen bewährt. Dazu zählen unter anderem Amalgam, Kunststoff, Zement, Keramik oder Gold. Alle heute angewendeten Zahnfüllungen weisen sowohl Vorteile als auch Nachteile auf.

Amalgam

Zahnfüllungen mit AmalgamAmalgam ist die klassische Zahnfüllung. Es besteht aus einer Legierung aus Silber, Zinn, Kupfer, Indium und Quecksilber. Dabei liegt der Prozentsatz von Quecksilber bei nur drei Prozent. Das Material ist insgesamt sehr stabil. Es kommt kaum zur Ausgasung von Quecksilber. Trotzdem werden für Amalgam gesundheitliche Bedenken geäußert, weil ein Übertritt von Quecksilber in den Organismus vermutet wird. Bisher wurde jedoch der Beweis für die gesundheitlichen Auswirkungen nicht erbracht. Über Zahnfüllungen mit Amalgam wird nach Untersuchungen lediglich so viel Quecksilber in den Körper gebracht wie über die normale Ernährung.

Allerdings besitzt Amalgam eine exzellente Schutzwirkung für die Zähne. Es ist lange haltbar sowie bruch- und druckfest. Auch bei starker Beanspruchung der Zähne leistet es gute Dienste. Trotzdem wird es heute aufgrund seines negativen Images immer häufiger durch andere Zahnfüllungen ersetzt. Amalgam besitzt viele Vorteile, aber auch Nachteile.

Vorteile:
– Amalgam ist ein sehr stabiles Material und daher sehr lange haltbar.
– Es schützt die Zähne effektiv gegen den Angriff von Kariesbakterien.
– Es ist druck- und bruchfest.
– Amalgam ist kostengünstig und die einzige Zahnfüllung, bei welcher die Krankenkassen die vollen Kosten übernehmen.

Nachteile:
– Durch seinen Gehalt an Quecksilber könnte der Körper mit Quecksilber belastet werden. Bewiesen ist diese Annahme jedoch nicht.
– Infolge seines silbrigen Aussehens ist es für die Anwendung an den vorderen Schneidezähnen nicht geeignet.
– Bei der Entfernung einer Amalgamfüllung kann es zur Kontamination des Körpers mit geringen Mengen Quecksilber kommen. Deshalb sollten Amalgamfüllungen nicht so häufig gewechselt werden.

Kunststofffüllungen

Zahnfüllungen mit KunststoffKunststofffüllungen stellen Alternativen zum Amalgam dar. Sie werden auch als Komposite bezeichnet und sind ein Gemisch aus aushärtbarem Kunststoff mit Keramik- oder Quarzteilchen. Früher wurden nur die vorderen Schneidezähne mit einer Kunststofffüllung behandelt. Durch die Verbesserung der Zahntechnik können heute auch Backenzähne mit Kunststofffüllungen versehen werden. Farblich lassen sie sich nicht von der natürlichen Zahnfarbe unterscheiden. Der Kunststoff wird mit UV-Licht ausgehärtet und durch die Adhäsionstechnik (Ankleben der Füllung) im Zahn befestigt. Beim Aushärten des Kunststoffes schrumpft das Material, sodass sich Spalten zwischen der Füllung und dem Zahnrand bilden können. Dank neuester Technologien können diese Spalten jedoch verhindert werden. Das Material füllt den gesamten Raum des Zahndefektes aus.

Vorteile:
– Durch die Farbgleichheit mit den Zähnen fallen Kunststofffüllungen nicht auf, sodass sie bei den vorderen Zähnen unbemerkt angewendet werden können.
– Die Kunststofffüllung klebt dank der Adhäsionstechnik am Zahn und führt zu dessen Stabilisierung.
– Die Kunststoffe besitzen eine hohe Bruch- und Biegefestigkeit.

Nachteile:
– Die Verarbeitung der Kunststofffüllungen ist aufwendiger als bei Amalgam. Denn das Material muss schichtweise aufgebracht und jedes Mal durch eine UV-Bestrahlung gefestigt werden.
– Das Material schrumpft beim Aushärten und erfordert deshalb eine hoch entwickelte Adhäsionstechnik, um die Spalten zu schließen.
– Die Kunststofffüllungen sind für größere und kompliziertere Zahndefekte nicht geeignet.
– Die Haltbarkeit dieser Füllungen ist etwas kürzer als bei Amalgam.
– Das Füllmaterial gast in geringem Maße giftige Gase wie Formaldehyd aus.

Zementfüllungen

Zementfüllungen bestehen meist aus Glasionomerzement. Dieses Material stellt unter anderem ein Gemisch aus Polyacrylsäure, Kalzium-Aluminium-Silikat-Glas und destilliertem Wasser dar. Durch die Säuren werden Kalzium und Aluminium aus dem Silikatglas herausgelöst. Die freigesetzten Kationen vernetzen die Substanz und festigen dadurch das Material. Der Zement haftet auch ohne eine Einklebetechnik gut am Zahn. Zahnfüllungen aus Glasionomerzement werden hauptsächlich für defekte Milchzähne verwendet. Aufgrund ihrer geringen Haltbarkeit finden sie nur bei kleinen Zahnversorgungen Anwendung.

Vorteile:
– Zementfüllungen werden direkt am Zahn verarbeitet.
– Glasionomerzement kann sehr gut zur Befestigung von Zahnersatz verwendet werden.
– Besonders für die Behandlung der Milchzähne ist es geeignet.
– Es setzt Fluorid frei, was den Zahn noch zusätzlich an den Rändern stabilisiert.

Nachteile:
– Glasionomerzement ist für umfangreiche Füllungen nicht geeignet, weil das Material starken Kaubelastungen nicht standhält.
– Zementfüllungen sind nicht sehr lange haltbar.

Keramik

Zahnfüllungen mit KeramikKeramikfüllungen sind sehr hochwertig und extrem belastbar. Sie werden nur bei größeren Zahnschäden in Form von Inlays mithilfe einer Klebetechnik eingesetzt.

Vorteile:
– Keramikfüllungen sind sehr hart und stark belastbar.
– Aufgrund der gleichen Farbe wie die Zahnfarbe können sie bei größeren Schäden im vorderen Zahnbereich ohne eine ästhetische Beeinträchtigung der Zähne eingesetzt werden.
– Keramikfüllungen sind sehr lange haltbar.

Nachteile:
– Die Herstellung ist sehr teuer.

Goldfüllungen

Zahnfüllungen mit GoldAls Alternative zu Amalgam werden oft auch Goldfüllungen verwendet.

Vorteile:
– Goldfüllungen sind sehr lange haltbar und stark belastbar.
– Sie sehen besser aus als Amalgamfüllungen.

Nachteile:
– Goldfüllungen sind sehr teuer.

Was ist eine provisorische Zahnfüllung?

Provisorische Zahnfüllungen werden nur übergangsweise für die Versorgung eines Zahns eingesetzt. Sie sind nicht sehr lange haltbar und müssen nach einer gewissen Zeit durch eine hochwertige Füllung ersetzt werden. Oft werden dafür Füllungen aus Glasionomerzement verwendet.

Kosten von Zahnfüllungen

Am kostengünstigsten sind Amalgamfüllungen. Hier übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten. Eine Zahnfüllung aus Keramik ist am teuersten. Danach folgt die Goldfüllung.

Heute gibt es zur altbekannten Amalgamfüllung mehrere Alternativen. Die Entscheidung für eine Zahnfüllung hängt von den Faktoren Haltbarkeit, Sichtbarkeit, Beanspruchbarkeit und Kosten ab.

Fazit

Alle heute angebotenen Zahnfüllungen dienen dem Schutz der Zähne vor Zerstörung. Die Amalgamfüllung wird auch heute noch verbreitet eingesetzt und als einzige Zahnfüllung vollständig von den Krankenkassen übernommen. Die Anwendung der Alternativen richtet sich nach dem Wunsch des Patienten sowie nach den jeweiligen Erfordernissen und muss immer mit dem Zahnarzt abgesprochen werden.

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